ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: Wichtiger Schritt nach vorn in Cremona

ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team: Wichtiger Schritt nach vorn in Cremona
Nach einem zähen Wochenende in Magny-Cours hat das ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team beim zehnten Saisonlauf der FIM Superbike-Weltmeisterschaft in Cremona wieder Boden gutgemacht. Beide BMW M 1000 RR zeigten in Italien deutlich mehr Biss, und zeitweise war sogar ein Top-5-Ergebnis zum Greifen nah.
Qualifying als Krimi
Die Superpole am Samstagvormittag geriet zur Zitterpartie: Mehrere Fahrer stürzten, gelbe Flaggen unterbrachen reihenweise die schnellen Runden - auch Miguel Oliveira und Danilo Petrucci bekamen davon ihren Teil ab. Am Ende reichte es für Startplatz neun für Oliveira und Platz 19 für Petrucci. Keine Ideallinie für ein Rennwochenende, aber die beiden BMW-Werksfahrer sollten zeigen, dass im Material mehr steckt, als die Startaufstellung vermuten ließ.
Oliveira zeigt Speed, belohnt sich aber nicht
Im ersten Hauptrennen am Samstag kam Petrucci mit Platz 14 noch glimpflich ins Ziel, während Oliveira auf der rutschigen Strecke stürzte und ausschied. Im Superpole-Rennen am Sonntagvormittag drehte sich das Blatt: Oliveira fuhr auf Rang acht und verbesserte sich damit spürbar für das zweite Hauptrennen, Petrucci kämpfte sich im kurzen Sprint bis auf Platz elf vor.
Richtig spannend wurde es dann im zweiten Hauptrennen am Sonntag. Oliveira erwischte einen starken Start und schob sich bis in die Top 5 vor - genau das Ergebnis, auf das das Team seit Wochen hinarbeitet. Doch in Kurve 10 nahm er etwas zu viel Hinterradbremse, bekam Chattering und konnte das Bike nicht mehr einfangen. Sturz, und damit war das greifbare Top-5-Resultat wieder dahin. Petrucci zeigte dafür einmal mehr sein Kämpferherz und schob sich mit mehreren Überholmanövern bis auf Platz zwölf nach vorn.
Stimmen aus dem Team
Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport, zieht trotz der Stürze ein positives Fazit: „Wir haben hier in Cremona wieder den Weg in die richtige Richtung gefunden, und das Wochenende lässt uns hoffen. Mit Miguel hätten wir ohne die Stürze Top-5-Platzierungen erreichen können.” Er betont, dass bei beiden Fahrern die Tendenz nach oben zeigt - auch wenn das Team noch nicht da ist, wo es hinmöchte.
Petrucci, der in Cremona praktisch vor Heimpublikum fuhr, zeigte sich kämpferisch: „Ich habe wirklich, wirklich hart gekämpft. Das ist es, was mir Spaß macht.” Oliveira sprach von einer „bitteren Pille”, vor allem nach dem zweiten Rennen, sieht die Form seines Teams aber klar im Aufwind und blickt bereits auf sein Heimrennen in Estoril.
Der Blick nach vorn
Die Meisterschaft ist nach dem vorzeitigen Titelgewinn von Ducati-Pilot Nicolò Bulega entschieden, für BMW geht es in den letzten beiden Saisonläufen aber ums Feintuning und darum, die positive Entwicklung zu bestätigen. Weiter geht es vom 9. bis 11. Oktober in Estoril, wo das Team laut Petrucci bereits getestet hat, bevor am 16. bis 18. Oktober in Jerez de la Frontera die Saison 2026 zu Ende geht. Für alle, die die M 1000 RR auf der Rennstrecke wieder in echter Topform sehen wollen, dürften das zwei spannende Wochenenden werden.