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Petrucci über sein BMW-Jahr: Hundertmal wieder BMW, trotz Frust

Petrucci über sein BMW-Jahr: Hundertmal wieder BMW, trotz Frust

Petrucci über sein BMW-Jahr: “Hundertmal würde ich mich wieder für BMW entscheiden”

Manchmal erzählt eine Saison mehr über einen Fahrer als jede Siegesserie. Danilo Petrucci erlebt gerade im ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team die schwierigste Superbike-Saison seiner Laufbahn. Die Ergebnisse bleiben hinter den Erwartungen zurück, die Stürze häufen sich, und nach 2026 muss er seinen Platz im Werksteam für Brad Binder räumen. Und trotzdem sagt der Italiener im Gespräch mit SPEEDWEEK.com: Er würde es wieder tun.

Kein Vertrauen in die M 1000 RR

Bei Barni-Ducati war Petrucci regelmäßig ein Podestkandidat. Auf der BMW M 1000 RR fehlt ihm dagegen das Gefühl, das er dafür braucht. Obwohl er nach eigener Einschätzung alles riskiert, bleibt der Fortschritt aus. Seine Bilanz fällt ehrlich aus: “In diesem Jahr bin ich an mein Limit gegangen. Ich stürzte viel öfter als in den Jahren zuvor zusammen.”

Dabei geht es ihm nicht nur um Platzierungen, sondern um den Preis, den er zu zahlen bereit ist. “Ich kann das Potenzial des Motorrads nicht nutzen und die Probleme nicht kompensieren. Sich zu verletzen, um auf einer der hinteren Positionen herumzufahren, ist es mir nicht wert. Ich bin keine 25 mehr.”

Der Traum von der 54

Warum bereut er den Wechsel nicht? Weil er ihn sich über Jahre gewünscht hat. Als Toprak Razgatlioglu mit der BMW die Superbike-WM dominierte, wollte Petrucci wissen, was auf diesem Paket auch für ihn möglich wäre. Eine kleine Geschichte macht das greifbar: In seinem Fitnessstudio gibt es einen Wasserbereich mit nummerierten Bedienelementen von 50 bis 59. Seit er in der Superbike-WM fährt, drückte er jeden Morgen die 54 - die Startnummer von Toprak.

Als im vergangenen Jahr zwei Angebote auf dem Tisch lagen, bat er sich eine Nacht Bedenkzeit. Am nächsten Morgen stand er wieder im Studio, drückte die 54 und fragte sich, worüber er eigentlich nachdenkt - genau das wollte er doch seit Anfang 2024. Entsprechend klar ist seine Haltung: “Wenn ich ein Jahr zurückgehen könnte und man mich hundertmal fragen würde, welches Team ich wählen soll, würde ich mich hundertmal wieder für BMW entscheiden.”

Er wusste, dass dieser Schritt ihn entweder zum Sieger machen oder zum Aufhören bringen konnte. “Leider ist es die zweite Möglichkeit”, sagt er heute.

Wie geht es weiter?

Die Zukunft ist offen. Interesse am Fahrermarkt scheint zu schwinden, und Petrucci benennt auch die Gründe offen: Er ist 36, und viele Teams setzen lieber auf junge Fahrer. Zwei Perspektiven gibt es dennoch:

  • GoEleven: Dafür müsste Sponsor Pata das Budget für einen zweiten Fahrer freigeben. Verbindlich ist hier nichts.
  • MotoAmerica: Die Serie kennt er aus 2022. Ein werksunterstütztes BMW-Projekt würde ihm erlauben, weiter zur BMW-Gruppe zu gehören. “Es wäre auf jeden Fall ein Ziel, das mir gefallen würde. Aber es ist noch nichts bestätigt.”

Unser Fazit

Es ist leicht, Petruccis Saison als Fehlgriff abzuhaken. Spannender ist seine Haltung: Er hat sich einen Traum erfüllt, alles gegeben und steht dazu, auch wenn es sportlich anders lief. Zufrieden mit dem Erreichten, bis zum Schluss mit vollem Einsatz - das verdient Respekt.

Die nächste Gelegenheit, das Bild noch ein Stück zu drehen, ist schon da: Am Wochenende geht es in Estoril weiter, eine Woche später folgt Jerez. Wir drücken die Daumen für zwei starke Rennwochenenden.

Joe

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