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Rennsporttechnik für die Serie: Der neue M Motorsport Rahmen der BMW M 1000 RR

Rennsporttechnik für die Serie: Der neue M Motorsport Rahmen der BMW M 1000 RR.
Bild: BMW Group / Hornig — Lizenz geprüft

Der neue M Motorsport Rahmen: Rennsport-Know-how für die BMW M 1000 RR

Was auf der Rennstrecke funktioniert, soll auch in der Serie ankommen. Genau das setzt BMW Motorrad jetzt mit der dritten Generation des M Motorsport Rahmens um. Ab dem Modelljahr 2027 steckt er serienmäßig in der BMW M 1000 RR. Für alle, die ihre Superbike-Leidenschaft nicht nur im Fernsehen ausleben, ist das eine richtig spannende Nachricht.

Leichter und gezielt flexibel

Die Eckdaten haben es in sich: Der neue Aluminiumrahmen ist rund 1,3 kg leichter als sein Vorgänger. Das hilft bei der Handlichkeit und macht schnelle Richtungswechsel einfacher. Möglich wird das unter anderem durch bis zu 30 Prozent reduzierte Wandstärken.

Dahinter steckt aber mehr als nur Gewichtsparen. Die dünneren Wände erlauben es, Steifigkeit und Flex ganz gezielt abzustimmen. In Schräglage darf sich der Rahmen in einem definierten Maß seitlich elastisch verformen und nimmt so Fahrbahnanregungen auf, ergänzend zum Fahrwerk. In Längsrichtung bleibt das Chassis dagegen hochsteif, damit Brems- und Antriebskräfte präzise übertragen werden und das Motorrad auch unter Last berechenbar bleibt.

Für dich als Fahrerin oder Fahrer heißt das laut BMW: verlässlicherer Reifenkontakt, klarere Rückmeldung, mehr Präzision beim Einlenken und ein gleichmäßigeres Verschleißverhalten. Genau die Dinge, auf die es am Kurveneingang und beim Rausbeschleunigen ankommt.

Direkter Draht zum Werkssport

Der Rahmen ist ein zentraler Baustein für die BMW Motorrad Werksteams, den weltweiten Kundensport und die Serien-M 1000 RR. Erkenntnisse aus dem Wettbewerb fließen direkt in die Auslegung des Serienbauteils ein. Gleichzeitig entsteht eine starke technische Basis für den Einsatz der M 1000 RR in verschiedenen Rennserien und unter wechselnden Streckenbedingungen.

Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport, bringt es so auf den Punkt: Von der digitalen Auslegung über die Erprobung bis zur Serienfertigung greifen die Kompetenzen der Standorte München, Landshut und Berlin nahtlos ineinander. Davon profitieren Werksteams wie Kundensportteams weltweit.

Drei Standorte, ein Rahmen

Spannend ist auch der Weg vom Datensatz zum fertigen Bauteil:

  • München: Fahrwerksentwicklung, digitale Auslegung von Geometrie, Wandstärken und Steifigkeitsverteilung, dazu Simulation, Prüfstandstests und Fahrversuche.
  • Landshut: Hier entstehen im Niederdruckgießverfahren die vier dünnwandigen Aluminium-Gussteile: Steuerkopf, linkes und rechtes Seitenteil sowie Heckteil.
  • Berlin: Das Leitwerk der internationalen BMW Motorrad Produktion verschweißt die Teile im WIG-Verfahren, beschichtet sie, fräst die Funktionsflächen fertig und misst den kompletten Rahmen noch einmal nach.

Gießen auf Rennsport-Niveau

Beim Niederdruckgießen wird das flüssige Aluminium kontrolliert in die Form geführt. Das reduziert Turbulenzen und Lufteinschlüsse, ideal für komplexe, dünnwandige Geometrien. Die Hohlräume entstehen über temporäre Quarzsandkerne, die im Cold-Box-Verfahren gefertigt werden. Schon vor dem Werkzeugbau berechnet eine Kernschießsimulation, wie sich das Sand-Luft-Gemisch verhält, sodass Schießdüsen und Entlüftungen gezielt ausgelegt werden können.

Nach dem Guss geht es ans Entkernen, Bearbeiten und Prüfen. Röntgenkontrolle, Wandstärken- und Koordinatenmessungen sichern die innere Qualität und die Maßhaltigkeit. In Berlin folgt nach dem Schweißen eine kathodische Tauchlackierung, die auch in schwer zugänglichen Hohlräumen für gleichmäßigen Korrosionsschutz sorgt.

Unser Fazit

Die dritte Generation des M Motorsport Rahmens zeigt, wie eng Rennsport und Serie bei der M 1000 RR verzahnt sind. Weniger Gewicht, definierter Flex und eine durchgängig digital abgesicherte Fertigung: Das ist Motorsport-Technik, die du ab Modelljahr 2027 selbst fahren kannst. Wir sind gespannt, wie sich das auf der Rennstrecke anfühlt - und welche Rolle der Rahmen in den kommenden Rennsaisons bei den Werks- und Kundenteams spielen wird.

Joe

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