Estoril: Oliveira kratzt mit der BMW M 1000 RR am WorldSBK-Podium

Estoril: Oliveira kratzt mit der BMW M 1000 RR am WorldSBK-Podium
Eine Zehntelsekunde. Mehr hat in Estoril nicht gefehlt, und das ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team hätte beim Heimspiel von Miguel Oliveira Champagner gespritzt. Am Ende standen zwei vierte Plätze zu Buche - und das klare Signal: Die BMW M 1000 RR ist zurück im Kampf um die Top-3.
Ein Heimspiel mit Gänsehaut-Faktor
Schon vor dem ersten Training war das Wochenende etwas Besonderes. Nach einem Fan-Event in Sintra führte Oliveira einen Konvoi von mehr als 1.000 Motorrädern zurück zum Circuito Estoril. Dort wurde Kurve sieben feierlich umbenannt: Sie heißt jetzt “Miguel-Oliveira-Kurve”. Mehr Heimvorteil geht kaum - über 36.000 Fans machten die Strecke zum Hexenkessel.
Sportlich: konstant vorn dabei
Oliveira lieferte ab dem ersten Tag:
- Trainingsfreitag: Platz vier
- Superpole: Startplatz fünf mit 1:34,549
- Rennen 1: Platz vier, rund 11,4 Sekunden hinter Sieger Bulega
- Superpole Race: Platz vier, nur 0,1 Sekunden hinter dem Podium - nach einem herausragenden Start in die Top-3 und einem Duell bis zur letzten Kurve
- Rennen 2: Platz acht nach turbulentem Verlauf
Im zweiten Hauptrennen geriet Oliveira in der zweiten Runde weit nach außen und fiel auf Position zwölf zurück. Mit zahlreichen Überholmanövern kämpfte er sich noch auf Rang acht vor. Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport, sieht darin auch mehr Selbstvertrauen auf der Strecke - und glaubt, dass in diesem Lauf sogar Platz vier möglich gewesen wäre.
Technik und Trendwende
Technischer Direktor Christian Gonschor spricht von einer Trendwende, die in Cremona eingeleitet wurde und sich in Estoril fortgesetzt hat. Die technischen Änderungen seit Magny-Cours zahlen sich offenbar aus: Oliveira war in allen Sessions nah an den Spitzenzeiten, und das Podiumspotenzial des Bikes wurde in den Rennen bestätigt. Im Qualifying wie im Sprintrennen fehlte jeweils nur eine Zehntelsekunde auf Platz drei.
Es war zudem Oliveiras zweitbestes Wochenende der Saison - nur Portimão mit drei Podestplätzen war besser.
Die schwierige Seite
Für Danilo Petrucci lief es weniger rund. Er startete von Position 14 und kam auf den Plätzen 18, 16 und 16 ins Ziel. Im ersten Rennen musste er einem anderen Fahrer ausweichen und rutschte geradeaus, am Sonntag testete das Team verschiedene Änderungen, die nicht wie geplant funktionierten. Er will die Saison trotzdem mit einem starken Ergebnis beenden.
Der Stand der Dinge
In der Fahrerwertung liegt Oliveira mit 136 Punkten auf Rang elf, Petrucci hat 61 Punkte (Platz 17), Michael van der Mark 23 (Platz 20). In der Herstellerwertung ist BMW mit 178 Punkten Dritter - nur drei Punkte vor Yamaha und 18 vor Kawasaki. Der Kampf um Platz drei in der Markenwertung bleibt also spannend.
Ausblick: Finale in Jerez
Vom 16. bis 18. Oktober steigt das Saisonfinale in Jerez de la Frontera. Oliveira will dort anknüpfen, wo er vor seiner Verletzung in Ungarn aufgehört hat - und mit der aktuellen Form scheint alles möglich. Wir drücken die Daumen, dass aus “knapp vorbei” zum Abschluss ein Podium wird.