Comeback mit Hindernissen: BMW kämpft in Donington Park um Anschluss

Comeback mit Hindernissen: BMW kämpft in Donington Park um Anschluss
Mehr als zwei Monate mussten die Fans darauf warten, jetzt war es endlich wieder soweit: Beim achten Lauf der FIM Superbike-Weltmeisterschaft in Donington Park sind Miguel Oliveira und Danilo Petrucci erstmals seit Anfang Mai wieder gemeinsam für das ROKiT BMW Motorrad WorldSBK Team auf der BMW M 1000 RR an den Start gegangen. Oliveira hatte nach seiner Verletzungspause bereits in Misano sein Comeback gefeiert, nun kehrte auch Petrucci nach seiner Auszeit zurück ins Cockpit. Dass ausgerechnet das Heimrennen des Teams zur echten Geduldsprobe wurde, hatten sich weder Fahrer noch Mannschaft gewünscht.
Schon im Superpole-Qualifying zeigte sich, wie hart der Weg zurück ist. Oliveira ging bei der Jagd nach der schnellen Runde ans Limit und rutschte dabei kurz ab, was ihn auf Startplatz zwölf zurückwarf. Petrucci reihte sich direkt dahinter auf Position 13 ein. Im ersten Hauptrennen am Samstag kämpfte sich Oliveira bis auf Rang elf vor, das beste Resultat des Wochenendes für das Team. Petrucci kam als 15. ins Ziel.
Noch bitterer verlief der Sonntagvormittag: Im Superpole Race wurde Oliveira in einem harten Positionskampf ins Kiesbett gedrängt und fiel bis auf Platz 20 zurück, Petrucci wurde 19. Im zweiten Hauptrennen des Tages kämpften sich beide zwar wieder nach vorn, mehr als Platz zwölf für Oliveira und Platz 15 für Petrucci war jedoch nicht drin.
Sven Blusch, Leiter BMW Motorrad Motorsport, bringt es auf den Punkt: Nach den Verletzungswochen sei es zwar ein großer Schritt gewesen, wieder mit beiden Stammfahrern anzutreten, das Potenzial von Fahrern, Bike und Team habe sich am Ende aber nicht in bessere Ergebnisse ummünzen lassen. Technischer Direktor Christian Gonschor verweist zusätzlich auf einen Faktor, der es der BMW M 1000 RR aktuell besonders schwer macht: Als Titelverteidiger 2025 fährt das Team mit einer reduzierten Fuelflow-Menge im Vergleich zu den japanischen Konkurrenten, was Aufholjagden in den Rennen zusätzlich erschwert. Immerhin, so Gonschor, sei man in der reinen Rennpace schneller unterwegs gewesen als im Vorjahr, das Ergebnis spiegle das aber nicht wider.
Teamchef Shaun Muir freut sich vor allem darüber, seine beiden Stammpiloten wieder komplett in der Box zu haben, und dankt Michael van der Mark für dessen Einsätze während der Ausfallzeit. Trotz eines aus seiner Sicht ordentlichen Qualifyings seien beide Fahrer in den Rennen früh in ein dichtes Feld geraten und hätten so kaum Boden gutmachen können. Oliveira selbst zeigt sich trotz allem kämpferisch: Man habe in beiden Hauptrennen Punkte geholt, auch wenn der Rückstand größer ausgefallen sei als erhofft. Petrucci wiederum freut sich einfach, nach seiner Verletzung wieder im Positionskampf mitmischen zu können, und bedankt sich bei der gesamten Crew für die harte Arbeit während seiner Abwesenheit.
Die Superbike-WM geht nun in eine längere Sommerpause. Für BMW bedeutet das vor allem eines: Zeit für intensive Testarbeit, um im September in Magny-Cours wieder mit einem wettbewerbsfähigeren Paket anzugreifen. In der Fahrerwertung liegt Oliveira nach 21 von 36 Rennen auf Platz zehn, Petrucci auf Platz 16. In der Herstellerwertung steht BMW mit 136 Punkten auf Rang drei hinter Ducati und Bimota. Das nächste Rennwochenende steigt vom 4. bis 6. September in Magny-Cours, dann wollen Oliveira und Petrucci gemeinsam wieder dort anknüpfen, wo sie vor ihren Verletzungen standen.
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